Aktionen

23. August 2020 – Rundfunkgottesdienst „Gerechtigkeit“

Unsere Gruppe gestaltet zusammen mit UNICEF und dem Eine-Welt-Laden in der evangelischen Stadtkirche Sankt Wendel einen Gottesdienst zum Thema Gerechtigkeit. In unserem Beitrag geht es um Rassismus.

Am 06.09.2020 wird dieser Gottesdienst im SR2 gesendet. Wir danken Pfarrerin Christine Unrath und Rundfunkpfarrer Dejan Vilov für die Zusammenarbeit.

Hier unser Beitrag zum nachlesen:

GERECHTIGKEIT BRAUCHT EINEN LANGEN ATEM

In vielen Fällen lassen sich Menschenrechte nur vor Gericht durchsetzen. Doch der juristische Kampf gegen Folterer, Kriegsverbrecher und transnationale Konzerne braucht einen langen Atem. Amnesty International setzt sich seit der Gründung der Organisation  im Jahr 1961, beinahe 60 Jahre für Menschenrechte und Gerechtigkeit weltweit ein. Gerechtigkeit ist keine Selbstverständlichkeit. In vielen Ländern der Welt muss ständig darum gekämpft werden. Und diese mutigen Menschen benötigen unsere Unterstützung.

Amnesty International steht ein für das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit. Aktuell gehen uns dabei die schockierenden Berichte der Demonstranten aus Belarus nicht mehr aus dem Kopf. Amnesty International setzt sich für Journalisten ein, die nur deshalb inhaftiert sind, weil sie die Wahrheit berichteten. Über 50 Journalisten werden jährlich weltweit wegen ihrer Arbeit ermordet. Amnesty International erhebt die Stimme, wenn es um die menschenunwürdige Behandlung von Flüchtlingen geht. Wir setzen die Menschlichkeit vor wirtschaftliche Interessen. Amnesty International spricht für indigene Völker, für Ureinwohner, deren Land und Heimat von Konzernen vereinnahmt wird, nur um Profite zu erhöhen. Amnesty International setzt sich für gerechte Löhne in den Textilfabriken und in der Landwirtschaft ein, ebenso für humane Arbeitsbedingungen. Dazu gehört auch der Einsatz gegen Kinderarbeit und für Bildung von Mädchen und Jungen. Auf der ganzen Welt setzt sich Amnesty International gegen Folter und gegen die Todesstrafe ein. Amnesty International prangert Menschenrechtsverletzungen an und veröffentlicht jedes Jahr einen umfassenden Bericht über die Menschenrechte in allen Ländern der Welt.

Jedes Jahr veranstaltet Amnesty den sogenannten Briefmarathon. Auch wir, die Amnesty Gruppe St. Wendel, führen ihn jedes Jahr durch. Einzelpersonen weltweit, die auf unterschiedliche Weise von Menschenrechtsverletzungen betroffen sind, werden öffentlich vorgestellt und unterstützt. Dabei werden direkt an Regierende und Machthaber Briefe geschrieben. Im letzten Jahr ging es unter anderem um zwei junge Aktivisten, die sich auf Lesbos um Schiffsbrüchige kümmerten und deshalb inhaftiert wurden. Jeder, der sich dafür interessiert, kann am Briefmarathon teilnehmen. 2019 wurden alleine in Deutschland 300.000 Briefe versendet.

Unsere örtliche Amnesty International Gruppe St. Wendel gibt es nun seit 10 Jahren. Besonders in Erinnerung ist uns Albert Woodfox geblieben. Der mittlerweile 73-jährige Afroamerikaner verbrachte 45 Jahre seines Lebens in einem Hochsicherheitsgefängnis in Lousiana, davon 43 Jahre in Isolationshaft. Inhaftiert wurde Albert Woodfox erstmals 1972 wegen eines Fahrzeugdiebstahls. Dem Mitglied der Black Panther Bewegung, die sich für die Rechte von Dunkelhäutigen in den USA einsetzte, wurde während seiner Haft zur Last gelegt, einen weißen Gefängniswärter ermordet zu haben. Die Tat und die angelastete Schuld konnten Albert Woodfox jedoch nie nachgewiesen werden. Dennoch wurde er zu einer dreimal lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Amnesty International setzte sich über Jahrzehnte hinweg für seine Freilassung ein. Im Rahmen des Briefmarathons im Dezember 2015 übte Amnesty International wiederum Druck auf die US-Behörden aus. Albert Woodfox wurde schließlich im Februar 2016, nach vier Jahrzehnten Isolationshaft in die Freiheit entlassen.

In Schulen sensibilisieren wir Schülerinnen und Schüler für diese Fälle und machen aufmerksam auf Menschenrechtsverletzungen weltweit. Ende August erinnert Amnesty International an die historische Rede aus dem Jahr 1963 von Martin Luther King, der von einer gerechten Welt ohne Rassismus träumte. Wir rufen derzeit bundesweit zu verschiedenen Aktionen gegen den wachsenden Rassismus, auch in unserer Gesellschaft, in unserem Land auf.

Zu Beginn dieses Jahres fühlt sich die Welt durch die Pandemie instabil an. Doch gerade in diesen Zeiten werden couragierte Stimmen gebraucht, die sich für Gerechtigkeit einsetzen. Niemand kann es mit der ganzen Welt aufnehmen, aber jeder kann seine eigene Welt verändern und sich für die Wahrung der Würde und  gleicher Rechte aller einsetzen und damit das Fundament für Freiheit und Gerechtigkeit in der Welt legen.

Ja, Gerechtigkeit braucht einen langen Atem.

05. Dezember 2019 – Briefmarathon an der Gemeinschaftsschule Nohfelden -Türkismühle

Hunderttausende Menschen machen jedes Jahr beim Amnesty-Briefmarathon mit: Sie schreiben Briefe für Menschen in Not und Gefahr – adressiert an Regierungen, um Unrecht zu beenden, und an bedrohte Menschen, um ihnen Solidarität zu zeigen. So auch die Schüler_innen der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle: 231 Briefe und 36 persönliche Karten wurden geschrieben. Vielen Dank für euren Einsatz!

Mehr Infos zu der Kampagne findet ihr hier:

https://www.amnesty.de/allgemein/kampagnen/schreib-fuer-freiheit-der-amnesty-briefmarathon-2019

29. September 2019 – Infostand auf dem Erntedankfest des Wendelinushofs in St. Wendel

Wir sind dabei im bunten Treiben der regionalen Händler, Aussteller, Organisationen und Initiativen. Die Gäste können sich auf dem Fest unter anderem über wichtige Angelegenheiten aus der Landwirtschaft und über Naturschutzthemen informieren. Wir machen auf die Lage der indigenen Bevölkerung in Brasilien aufmerksam, die durch Zwangsumsiedelungen und Rodung von ihrem angestammten Land vertrieben werden sollen.

Mehr Infos zu diesem Thema findet ihr hier:

https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-journal/brasilien-brasilien-abgebrannt-am-amazonas

24. August 2020